Samstag, 11. März 2017

Verehre-Dein-Werkzeug-Tag

Zugegeben, es ist ein ungewöhnlicher Tag.... Wer bitte verehrt sein Werkzeug!? Ich gehöre der seltenen Gruppe an, die dies macht.



Aber was ist das eigentlich für ein Tag?
Hie kommt die Erklärung vom Kleinen Kalender:

Der Verehre-Dein-Werkzeug-Tag wird begangen am 11. März 2017. Der Tag ist eine Chance für handwerklich Begabte oder Interessierte, das Werkzeug zu feiern, indem sie es benutzen oder neues kaufen, indem sie mit ihnen oder den Kauf eines feiern. Ein Werkzeug ist ein von Menschenhand geschaffenes oder umgeformtes Arbeitsmittel oder Artefakt, um auf Gegenstände mechanisch einzuwirken; im weiteren Sinne für Hilfsmittel im Allgemeinen, um die physische Umwelt zu bearbeiten.

Eine größere Menge verschiedener oder die Gesamtheit aller Werkzeuge, die nötig für eine Tätigkeit sind, nennt man Werkzeugsatz. Werkzeuge sind – im Unterschied zum Gerät – meist einfache Maschinen, also Vorrichtungen, die auf grundlegenden Prinzipien der Kräftelehre aufgebaut sind. Typische Formen der mechanischen Einwirkung sind etwa Halten, Bewegen oder Umformen, Durch-/Abtrennen, Verbinden und andere Vorgänge, die man unter dem Begriff Fertigungsverfahren zusammenfasst. 

Im Einzelnen steht der Begriff Werkzeug unter anderem für Grundwerkzeuge, wie Amboss und Schraubstock, für Handwerkzeuge, wie Hammer und Schraubendreher, Meißel, für Formwerkzeuge, wie Münzstempel, aber auch für Bearbeitungswerkzeuge, wie Fräser und Bohrer. (Mit Material von: Wikipedia) 


Was also werde ich heute machen? Ich möchte euch heute mal zeigen wie eine Nähmaschine funktioniert.






Die Geschichte 


der Nähmaschine


Erfahren Sie, wann die erste Nähmaschine gerattert hat, wo sie ihre Ursprünge hat und wie sie zu unserem liebsten Werkzeug geworden ist.

Die Nähmaschine - Von der Nadel zur Technik
Fast jede Frau kann heutzutage nähen und in nahezu jedem Haushalt steht eine Nähmaschine. Allerdings haben die modernen Geräte kaum mehr Ähnlichkeit mit den handbetriebenen Maschinen. Sie haben eine rasante Entwicklung durchgemacht und ähneln heute eher einem Computer als einem Haushaltsgerät.

Die Geschichte der Kleidung und damit auch der Nadel beginnt mit dem Vorfahren des Homo Sapiens vor über 600.000 Jahren. Man fand Fellstücke, die mit ebenfalls entdeckten Nadeln und Pfriemen aus Knochen bearbeitet wurden. Sie hatten sogar schon ein Öhr, "Fäden" wurden aus Tiersehnen und gedrehten Därmen hergestellt. Später verwendeten die Näherinnen Nadeln aus Gräten oder spitze, mit einem Öhr für den Faden versehenen Knochen oder Hornstäbchen. Erst im 14. Jahrhundert gab es die erste Nadel aus Stahl, die jahrhundertelang das wichtigste Werkzeug eines Schneiders und der Hausfrau war.
Bis 1830 nähte man mit der Hand, der Schneider war ein angesehener Beruf. Mitte des 18. Jahrhunderts kamen schließlich die ersten Ideen für das Nähen mit einer Maschine auf. Die ersten Experimente zur Herstellung einer Naht wurden von dem in England lebenden Deutschen Charles Frederick Wiesenthal 1755 durchgeführt. Seine Idee war, mit einer zweispitzigen Nadel und Öhr in der Mitte, die Bewegung der Hand beim Nähen von einer Maschine ausführen zu lassen.1790 erfand schließlich der Engländer Thomas Saint die erste Nähmaschine für Schuhmacher. Sie war aus Holz, hatte Gabelnadel sowie Vorstecher und war in der Lage, einen Kettenstich zu nähen. Aber auch in Deutschland wurde fleißig an der Entwicklung einer Nähmaschine getüftelt: Balthasar Krems aus dem Rheinland entwickelte die erste Maschine, bei der die Nadel das Öhr in der Spitze hatte. Das letzte seiner Modelle schaffte 300-350 Stiche in der Minute und ist bis heute erhalten. Es steht im Genovevamuseum in Mayen.

Das wichtigste Stichwort in der Nähmaschinen-Historie ist "Couseuse". So hieß die erste, am 17 Juli 1830 patentierte Nähmaschine des Franzosen Bartélemy Thimonnier. Er gründete eine Firma, die zugleich Nähmaschinen produzieren sollte, als auch Uniformen für die französische Militärverwaltung. Das viel verbreitete Gerücht, dass seine Firma einst von wütenden Schneidern gestürmt und alle Maschinen vernichtet wurden, ist in keinen Akten nachweisbar. Der Grund, warum sein Unternehmen scheiterte, war sein Heimweh. Er vermisste seine Familie und Heimat so sehr, dass er noch in der Entwicklungsphase Paris fluchtartig verließ.
In Boston lebte um 1839 ein verarmter Mechaniker, Elias Howe, der mit seinen jungen 20 Jahren Schwierigkeiten hatte seine Frau und die drei Kinder zu ernähren. Eines Tages hörte er seinen Chef zu einer Kundin sagen: "Wer da jemals eine Maschine erfände, die nähen kann, der machte ein Vermögen!" Von dieser Idee inspiriert, beobachtete er die Finger seiner Frau beim Nähen und versuchte zuerst, deren Handbewegungen maschinell umzusetzen. Er tüftelte so lange an dieser Idee, bis er eine Nähmaschine gebaut hatte, die 250 feste Stiche in der Minute nähte. Er ließ seine Maschine in einem Wettbewerb gegen geübte Handnäherinnen antreten, um deren Tauglichkeit zu beweisen. Die Näherinnen schafften damals 50 Stiche pro Minute, seine Maschine 300. Er bot seine Maschine zwei Herstellern an, die jedoch ablehnten. Zum Einen, weil ihnen der Preis von 300 Dollar zu hoch erschien, zum Anderen fürchteten sie sich vor Anfeindungen der Schneidergilde, die durch die Maschine ihr Handwerk in Gefahr sahen.

Frustriert verließ er die USA, um sein Glück in England zu suchen. Ohne Erfolg. Zwei Jahre später kehrte er als armer Mann in die USA zurück. In der Zwischenzeit hatte dort Isaac Merrit Singer geschafft, wovon er so lange geträumt hatte. Singer hatte seine Nähmaschine, die "Singer 1" in nur elf Tagen und mit 40 geborgten Dollar gebaut und sich patentieren lassen. Kaufpreis: 100 Dollar. Howe versuchte das Patent anzufechten, erreichte aber nur einen Teilerfolg. Singer musste seinen Gewinn aus dem Verkauf der Nähmaschine mit ihm teilen und so erhielt Howe bis zu seinem Tod mit 48 Jahren jede Woche 4000 Dollar an Patentgebühren und die Hälfte des Gewinns aus dem Verkauf der Maschinen. Im ersten Produktionsjahr 1858 wurden von Singer schon 3000 Maschinen produziert und verkauft. Da Howe auch die übrigen Patentprozesse gewann, machte ihn seine Erfindung schließlich doch noch zu einem reichen Mann.

Wofür Howe so lange brauchte, schaffte Singer in kürzester Zeit: Er hatte sich 40 Dollar für die Materialkosten geborgt und in 11 Tagen eine voll funktionstüchtige Nähmaschine gebaut, die "Singers Nr. 1".
Außerdem entwickelte der geschäftstüchtige Singer zusammen mit seinem Partner Edward Clark den Ratenkaufplan, den Prototyp für Ratenzahlungskäufe. Dieser ermöglichte es Einzelpersonen mit geringem Einkommen eine Singer-Nähmaschine kaufen. Das Unternehmen setzte seinen Siegeszug kontinuierlich fort: Im Jahr 1863 hatte die "Singer Manufacturing Company" 20 Patente inne und besaß ein Kapitalvermögen in Höhe von 550.000,- Dollar. Jährlich wurden 20.000 Nähmaschinen verkauft.

1893 bauten die Gebrüder Georg und Karl Friedrich Gegauf in der Schweiz die erste Hohlsaum-Maschine, die wenige Jahre später in der Nähmaschinenfabrik eines Sohnes von Karl Friedrich, der Fritz Gegauf AG produziert wurde. Die Firma existiert bis heute, seit 1932 gibt es Haushaltsnähmaschinen, die BERNINA heißen.

Die Produktion von Nähmaschinen war wie viele andere technische Errungenschaften und Firmen einigen Krisen unterworfen. Während der beiden Weltkriege mussten alle Werke, die Nähmaschinen bauten auf kriegsdienliche Geräte umstellen, viele schafften es danach nicht, wieder zurück zu den Nähmaschinen zu kehren. Von den 200 deutschen Firmen, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Bau von Nähmaschinen beschäftigten, wurden die meisten in den siebziger Jahren geschlossen. Nur noch die von Georg Michael Pfaff gegründete Fabrik baut unter ihrem ursprünglichen Firmennamen Pfaff Industriesysteme und Maschinen AG nach wie vor Haushaltsnähmaschinen und Industriemaschinen.

Heute sind die modernen Haushaltsmaschinen nicht mehr aus schwerem Holz oder gar Metall, sondern meistens aus Plastik. Sie sind leicht, und somit einfach zu transportieren. Außerdem haben die meisten mehrere unterschiedliche Nähprogramme, Stickmöglichkeiten und Vorrichtungen zum Knopfloch annähen. Einige der seht hoch preisigen Exemplare ähneln schon eher einem Computer, sie fädeln automatisch ein und werden über einen Touchscreen bedient.

Text: Marion Homm (via Burda)

Mal sehen, vielleicht werde ich mir heute noch eine neue Maschine zulegen....

Bis bald

Eure Kerstin

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